Anatomie eines Weltverständnisses

DE, AT 2020 / 3 Minuten

Herr Wamperl hat die Orchidee von Herrn Bäuchle nicht gegossen. Dass sie vertrocknet ist, sei jedoch nicht seine Schuld, sondern die logische Konsequenz finsterer Machenschaften, die von geplanter Obsoleszenz bis hin zur heimlichen Vergiftung der Weltbevölkerung reichen. Wamperls Plan, mit wirren Verschwörungstheorien von der eigenen Schuld abzulenken, geht allerdings zu gut auf und plötzlich muss er sich stattdessen überlegen, wie er seinen treuen Nachbarn Bäuchle davon abbringt, sämtliche Blumenhandlungen zu stürmen und ihre Betreiber zu erschießen.

Festivalteilnahmen

54. Internationale Hofer Filmtage
31. Bamberger Kurzfilmtage
23. Mecal Pro Barcelona
22. Schweinfurter Kurzfilmtage
6. Filmfest Bremen
18. FiSH – Filmfestival im Stadthafen
28. Int. Trickfilm-Festival Stuttgart
27. Kurzfilmtage Thalmässing
18. Vienna Shorts
37. Kurzfilm Festival Hamburg
5. Diametrale
17. BuSho Film Festival
3. Juvinale

Cast (Stimmen)

Albert Meisl, Lorenzo Schicho

Crew

Produktion, Schnitt & Regie: Alexander Fischer (Peskador)
Buch: Lorenzo Schicho & Alexander Peskador
Bildgestaltung: Ferdinand Koestler
Tongestaltung: Elias Maximilian
Regieassistenz: Sebastian Bobik

Eine Produktion der Filmakademie Baden-Württemberg
entstanden im Rahmen der Filmgestaltung 1
Sommersemester 2020
Betreuender Dozent: Prof. Jochen Kuhn
Projektbetreuung: Nils Knoblich

Statement der Regie

Der Bauch ist dem Kopf hilflos ausgeliefert, hat alles zu verdauen, was von „da oben“ runterkommt, und kann somit für nichts zur Verantwortung gezogen werden. Wenn wir uns also Gedanken zu einer höheren Ordnung oder einer Weltverschwörung machen, dann möglicherweise aus dem Wunsch heraus, uns selbst als Bauch wahrzunehmen – also sich einzureden, dass man die Welt begriffen hat, nichts dagegen tun kann und auch für nichts verantwortlich gemacht werden kann.

Verschwörungstheorien, wie sie zur Zeit in Mode sind, helfen einem dabei, sich einer Verantwortung zu entziehen. Genau das versucht Herr Wamperl, und manövriert damit Herrn Bäuchle in eine Paranoia hinein, aus der er ihn am Schluss wieder herauszuholen versucht. Herr Wamperl lernt also sogar etwas am Ende, und zwar dass es manchmal Sinn macht Verantwortung zu übernehmen. Mit dieser Botschaft wollen wir das Publikum aus unserem dreiminütigen Kurzfilm entlassen, der im Rahmen meines Filmstudiums an der Filmakademie Baden-Württemberg entstanden ist – nicht zuletzt als Folge der durch Covid-19 erschwerten Arbeitsbedingungen der Filmbranche.